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Where is Clare und mehr

25. August 2010

teaser clare maguire

Der nächste Hype kommt bestimmt und Polydor bringt uns die nächste Perle nach Amy Winehouse oder Duffy nur scheibchenweise näher. Außerdem: die geheimnisvollen Cults aus New York.

Schon 2008 war diese Dame aus der Nähe von Birmingham angekündigt. Clare Maguire war kurz darauf (2009) nur mit einem Demo-Mix ihrer nun kürzlich fertiggestellten Single »Strangest Thing« auf MySpace vertreten. Inzwischen findet man davon, und auch von älterem Material, nichts mehr auf der frisch polierten Seite. Wenn es schon vor 2009 eine Clare Maguire gab, hat es Polydor zumindest geschafft, dass man von dieser Clare nichts mehr findet. Wer also sein persönliches Profil im Netz einmal löschen möchte, wendet sich vertrauensvoll an deren PR-Abteilung. Das war wirklich gründliche Arbeit – keine Biographie, kein Photo, absolut nüschd. Mit etwas Glück konnten wir zumindest noch diesen Link hier auftreiben. Dafür kann man sich die»echte« Single nach dem üblichen »gib-mir-deine-Mailadresse-und-dann-bekommst-du-was«-Procedere über die offizielle Website downloaden. Die bietet übrigens noch weniger als eine Visitenkarte, denn hier gibt es neben einem sich ständig wiederholenden Vorabschnipsel des Videos zu »Ain’t Nobody« auch nur Links auf die Social-Web-Seiten, auf denen – richtig geraten – ebenso wenig über die Künstlerin steht. Will man den Kritikern und Blogbeiträgen glauben, so wird aber diese Dame uns spätestens im kommenden Jahr wohl noch mehr beschäftigen. Der Sound lässt sich wohl am ehesten im Bereich Alternative-Pop einordnen: reduziert, düster, kraftvoll, »Strangest Thing« kommt fast nur mit Piano, Beat und Vocals aus. Stimmlich erinnert sie durchaus an Annie Lennox oder Caroline Lavelle. Wer den PR-Gag ein wenig miterleben will, kann sich in die unten angezeigten Seiten einwählen. Sicherlich wird man auf Twitter irgendwann auch mehr sehen als nur Bildausschnitte aus dem Video. Mal sehen, wann die CD dann tatsächlich kommt. Auf Youtube gibt es zumindest auserwählte und noch nicht verbotene Livemitschnitte (siehe unsere Playlist »Aktueller Artikel« auf dem Lauschsofa-Kanal). Und wir können es zwar nicht sicher sagen, aber mit dieser Clare Maguire hat sie wohl nichts zu tun – auch wenn es erschreckend viele Schnittstellen gibt. Einige Ungereimtheiten eben auch.

Clare Maguire

Geheimnisvoll und mysteriös – warum wohl darf man das Gesicht nicht sehen, wenn man doch schon Live-Mitschnitte bei Youtube findet? (Bild Quelle: offizielle MySpace- und Facebookseite Clare Maguire)

Und um noch ein paar wenige aus der übrigen Mischpoke hervorzuheben: Joe Flory alias Primary 1 hatte als erster die Finger mit drin, er nahm mit Maguire die ersten Demos auf. Lustige Parallele: Sein momentan aktuelles Video »Princess« hat entweder denselben Regisseur oder dieselben Filmmaterialen für die Blue Box genutzt wie Clare. Das Death Valley scheint wohl gerade mächtig hip zu sein im Videodesign. Weitere Songs wurden für sie geschrieben von Jarvis Cocker (Frontmann von Pulp), Plan B, Mike Skinner (alias The Streets) und einer alten Bekannten: Linda Perry, die Ex-Frontfrau der 4 Non Blondes und Hitlieferantin für P!nk, Christina Aguilera, James Blunt, Vanessa Carlton, Gwen Stefani usw. usw. Dann kam schließlich noch Produzent Fraser T. Smith ins Spiel, der z.B. mit James Morrison, Keane, Kylie Minogue und Ellie Goulding zusammen gearbeitet hat. Da erklären sich dann auch die vermuteten 1 Million Pfund, die Universal/Polydor bei Frau Maguire auf den Tisch gelegt hat.

Wer’s noch genauer wissen will, dem sei dieser Artikel hier empfohlen.

Clare Maguire im Web
bei Myspace
bei Facebook
bei Twitter
bei Youtube

Und als ob ein »strangest thing« nicht schon genug wäre, folgt sogleich das nächste Mysterium – eine New Yorker Band, über die man ebenso wenig in Erfahrung bringen kann: Cults.

cults aus new york

Kurioses Paar: Die beiden Filmstudenten Madeline Follin und Brian Oblivion definieren für ihr Projekt Cults die Schnittmenge zwischen Punkrock und Psychedelic-Surf-Rock als Motown-Retro-Beat. (Bild Quelle: http://windishagency.com/artists/cults)

Um gleich eines vorneweg zu sagen: Ähnlichkeiten mit der britischen – Achtung! – Kult-Band (muahahaa) um Ian Astbury sind wohl rein zufällig, musikalisch ist das hier eine ganz andere Baustelle. Laut Band-, äh, »Website« handelt es sich um Soul – nun ja, im weitesten Sinne allenfalls, wir würden es eher als Sixties-Lounge-Hippie-Beat bezeichnen…wenn es noch keine Schublade gibt, erfinden wir sie eben ;-) Erinnert haben uns die drei Songs auf bandcamp an die Beach Boys, Henry Mancini, Claudine Longet und, gut, auch an die Supremes. Vom Humor-Faktor her auch an Cake. Wer also auf Retro-Sound mit Plektrum-Bass, Streichern, Farfisa-Orgel und Glockenspiel steht und nichts gegen eine Frauenstimme hat, die an einen Kinderchor erinnert, sollte der Seite des Duos mal einen Besuch abstatten. Die erste Single (stilecht auf Vinyl erschienen) ist zwar längst ausverkauft, aber die bislang erhältlichen drei Titel lassen sich hier nämlich kostenlos und völlig ohne Datenverlust runterladen.

Nun denn, soviel, äh, wenig konnten wir über das Duo eruieren: es handelt sich um ein Paar zweier New Yorker Filmstudenten aus San Diego, die eher rein zufällig zur Musik kamen. Wenn auch im Falle von Sängerin Madeline Follin da einiges vorgezeichnet war: ihr Stiefvater spielte in der Punk-Band Youth Gone Mad und war befreundet mit Dee Dee Ramone. Klein-Madeline stand damals mit neun Jahren schon für ein paar Songs am Mikro und bekam daraufhin prompt das Angebot für einen Plattenvertrag – was ihre Eltern allerdings ablehnten. Da soll noch mal einer sagen, dass Rockmusikerhaushalte zu Verantwortungslosigkeit und Vernachlässigung neigen würden… Die Stimme scheint sich Madeline allerdings in gewisser Weise bewahrt zu haben ;-)

Im Gegensatz zu ihrer Punk-Vergangenheit wurzelt die musikalische Prägung von Band- und Lebenspartner Brian Oblivion typisch kalifornisch im Psychedelic-Surf-Rock – fast zwangsläufig, dass man sich da dann in der Mitte bei motowneskem Sixties-Beat trifft. Oder nicht? Diversen Label-Anfragen stehen die beiden 21-jährigen noch genauso skeptisch gegenüber wie dem Preisgeben zu vieler Infos über sich bzw. ihr Projekt. Live konnte man sie zumindest schon als Support von Goldfrapp bewundern. Weitere Shows finden bislang latürnich nur in den USA statt. Wer sich selbst ein (unscharfes) Bild von Cults machen will, der sei verwiesen auf das bisher einzige Interview, das die beiden dem Pitchfork Magazine gegeben haben.

Cults im Web (hier gibt es auch die Songs zum Download)
…bei Twitter

Bild Teaser: Twitpic von Clare Maguire

One Comment leave one →
  1. 31. August 2010 17:02

    …so, und als ob sie unseren Artikel gelesen hätte, postete die liebe Clare jetzt zwei Bilder von sich auf ihrem Twitter-Account (offensichtlich im Q Magazine erschienen) – auch im »Morgengesicht-Look« recht ansehnlich ;-)

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