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ECHO-Not

12. März 2010

echo_teaser © BVMI / Monique Wüstenhagen

Letzten Donnerstag war es also wieder mal soweit. Deutschlands…äh…wichtigster Musikpreis wurde verliehen, laut ECHO selbst »einer der wichtigsten Musikpreise der Welt«, der sich »nahtlos neben den internationalen Awards wie dem Grammy oder den Brit Awards« einreiht. Aha.

Gut, ersteres mag derzeit vielleicht noch stimmen, aber was sind auch die Alternativen? 1Live-Krone? VIVA Comet? Um nur mal die zu nennen, die einer breiteren Öffentlichkeit überhaupt bekannt sind und noch existieren. Was das »nahtlose Einreihen« betrifft, so liegt es wohl eher am Mangel an weiteren Mitbewerbern…und »hinten anstellen« wäre vielleicht auch die korrektere Ausdrucksweise.

Damit eines gleich klar ist: Ich war nicht voreingenommen. Sondern eher gespannt. Denn letztes Mal konnte die Verleihung durchaus beeindrucken, wenn ich da nur mal an die spektakulären Auftritte von Udo Lindenberg oder Helene Fischer denke. Letztes Mal sah das alles schon echt nach was aus und brauchte sich wirklich nicht verstecken. Dieses Mal…war wieder alles beim Alten. Schon erstaunlich, wie viel Staub und Muff sich ein Jahr nach dem Lüften wieder ansammeln kann. Aber die deutschen Preisverleihungs-Galas, die sich meist selbstgepriesen auf internationalem Niveau bewegen (wollen), muten für mich generell fast immer an wie die Betriebsfeier der Meier & Müller KG in der Mehrzweckhalle in Klein-Pittelaich. Da ist der Echo aber nicht alleine, z.B. der Tanz um’s goldene Kalb…äh…Reh wirkt auf mich ähnlich. Und das sage ich echt nicht nur deshalb, weil ich nie mit hin durfte oder eingeladen wurde.

ECHO 2010 © BVMI / Monique Wüstenhagen

Das Bühnenbild sah gar nicht mal so schlecht aus… © BVMI / Monique Wüstenhagen

Ja, dieses Mal war alles also wieder recht betulich und glanzlos. An spektakulären Auftritten wie letztes Jahr oder gar etwas, das entfernt an die Performances von Beyoncé oder P!nk bei den Grammys heranreichte, war nichts zu finden. Gut, Beth Ditto und Gossip rockten wie gewohnt, und Rhianna kam a) überhaupt und b) mit zwei Robotern als Tänzern. Doch irgendwie wirkte »Die mit der Blechbüchse tanzt« auf mich leicht lächerlich. Hatte nämlich trotzdem irgendwas von Sparprogramm. Auch Robbie Williams erledigte mehr eine solide Pflichtnummer. Er schien mir sowieso eher unter Zwang der Plattenfirma oder so zum Event erschienen zu sein. Oder drückt sich in seinem Gesicht mehr die Last aus, dass quasi das Wohl und Wehe von Tante EMI so ziemlich auf seinen Schultern lastet? Zu seinem eigenen noch dazu? Ich meine, es fällt schon auf, dass er in letzter Zeit häufig zu Gast hierzulande ist und die Wiedervereinigung mit Take That auch immer wieder ein Thema ist…

Doch zurück zur Show. Peter Maffay, muss man zugeben, legte eine hin, mit Streichorchester noch dazu. Ich + Ich (oder wie auch immer ;-)) präsentierten sich auch orchestral und ihren James-Bondigen-Hit »Pflaster«, unter Zuhilfenahme von Till Brönner, Cassandra Steen und Gentleman. Ja, war nicht schlecht, aber leider wenig überraschend, da der Song ja im Original auch recht bombastisch produziert ist. Till Brönner liegt bei einem »Bigbandigen« Arrangement halt genauso nahe wie Cassandra Steen bei einer Kollaboration mit Adel Tawil. Gut, Gentleman…aber was ich mir mal wünschen würde, wären wirklich überraschende Performances. Warum hat man nicht z.B. jemanden aus dem Schlager-Genre dazu genommen? Oder von mir aus gar aus der volkstümlichen Ecke? Es ist ja nicht so, dass Schlagerkünstler alle nix könnten. Genauso könnte man durchaus mal Songs aus dem Schlagergenre nehmen und in unerwarteten Konstellationen und Arrangements darbieten. Einfach halt mal was Überraschendes bieten statt ständig nur das Naheliegende.

Beyoncés Show bei den Grammys war ne ganz andere Liga: Rhianna und ihre Konservendosen © BVMI / Monique Wuestenhagen

Ach, S(ch)ade

Was gab’s sonst noch? Ke$ha war da, zeigte jedoch nicht viel anderes, was man bei ihren Besuchen bei TV Total oder so nicht auch schon gesehen hätte (bis auf den albernen Federschmuck). Aber eine gute Performance, ohne Frage. Sade bot auch, was man von ihr gewohnt ist. Nein, nicht »Smooth Operator«. Übrigens ein Hammer-Song, den ich auch selbst während vieler Engagements gespielt habe, aber wirklich vermisst habe ich Sade die letzten Jahre nicht. Auch der neue neue Song, den sie beim Echo präsentierte, machte mir keine Lust auf ihr neues Album und ging links rein rechts raus. Vielleicht auch nicht mal links rein. Die Hardcore-Fans werden aber vermutlich anders empfinden, von mir aus. Allerdings muß man sagen, dass Sade mit ihren 51 Jahren besser aussieht als so manches junge Promi-Sternchen im Publikum. Deutschlands aktuellste Boygroup »The Baseballs« kamen mit einer Horde petticoatierter Tänzerinnen und boten eine nette Musical-mäßige Performance, durchaus Carmen-Nebel-kompatibel. Ich kann mir nicht helfen, aber wenn ich die Jungs sehe und höre, kommt bei mir weniger die Assoziation »Baseballschläger« auf, sondern vielmehr »Staubwedel« oder ähnlich Puscheliges. Aber dazu später mehr. Wir waren beim Tanz. Die unvermeidliche Michael-Jackson-Ehrung wurde erst begangen durch ein paar eingespielte Statements deutscher Künstler und einen Kinderchor, der »Heal The World« sang. War schön, aber die eingespielten Künstler hätten sich gerne auch noch für einen stimmlichen Beitrag auf die Bühne gesellen können, waren ja eh alle im Saal. Dann wurde es unübersichtlich, an allen Ecken und Enden performte eine riesige Horde von Jacko-Klonen, die – wenn ich es richtig verstanden habe, denn leider hab ich immer mal wieder geistig abgeschalten – im Tanz-Gulag von Detlef D! Soost gedrillt wurden. Ja. Ich weiß, ich bin schwierig, aber das waren mir dann wieder zu viele und zuviel Durcheinander.

Hape Kerkeling alias Uschi Blum @ ECHO 2010 © BVMI / Monique Wuestenhagen

Letztes Jahr wurde die Schlagerfraktion noch durch einen echt spektakulären Auftritt vertreten. Dieses Jahr durch…Uschi Blum © BVMI / Monique Wuestenhagen

Jan Delays Auftritt habe ich wohl in einem kurzen Koma verpasst. Schade, aber dazu kann ich nichts sagen. Zu dem Auftritt von Hape Kerkeling alias Uschi Blum nur soviel, dass das der einzige Beitrag aus der Schlagerecke war, halt leider nur wieder ein eher nicht ganz ernst gemeinter. Nicht, dass ich das unbedingt brauche, aber ich finde dass bei einer Gala, bei der es um Musik in ihrer ganzen Bandbreite geht, einzelne Genres nicht völlig ausgeklammert werden sollten. Zugegeben, es hat sich schon deutlich gebessert. Vor ein paar Jahren noch wurden die Schlagerkünstler selbst von ihren Laudatoren noch verarscht oder eher abfällig »gewürdigt«. Moderator Matthias Opdenhövel hat die Platzhirsche Kastelruther Spatzen genauso ernsthaft und respektvoll behandelt wie die anderen Künstler auch. Gut, gerade bei den Kastelruther Spatzen muss ich aber auch hinzufügen: Image hin, Image her, aber wenn sie auch bei solch einem Event immer in ihren Sepplhosen und so wie Comicfiguren auftauchen, fällt es schon leicht, sich über sie lustig zu machen.

Doch generell ist ein urdeutsches Musik-Gala-Phänomen immer noch nicht vollständig verschwunden. Was mich an den Grammys auch immer so fasziniert hat, war der gegenseitige Respekt unter den Künstlern. Wenn ein Country-Mensch geehrt wird, gibt es keine Buhrufe von unten oder ausbleibender Applaus, nein, auch die Rapper klatschen Beifall und andersherum. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, wo beim Echo eben Schlager- oder volkstümliche Musiker unter Buhrufen und ähnlichem auf die Bühne gingen, um sich ihren Preis abzuholen. Das ist, wie gesagt, zum Glück nicht mehr so. Allerdings gab es wohl welche bei der Nominierung von DSDS-Gewinner Daniel Schuhmacher. Ich brauche den auch nicht, und Laudator Tim Mälzer wohl ebenso wenig (so schätze ich ihn zumindest ein). Aber sowas ist einfach sch****e , und Mälzer konterte auch gekonnt mit dem Ratschlag »einfach mal die Fresse halten!«.

Gepriesen seist Du

Genug der Worte zur Show, kommen wir zu den Preisen und Gepriesenen. Immer wieder wurde betont, dass es sich ja um die Besten den Besten handle, die am meisten verkauft haben und so vom Publikum durch ihre Kaufentscheidung gewählt wurden. Dieser ständige Hinweis wirkte auf mich irgendwie wie ein »Beschwert Euch nicht, Ihr bekommt das was Ihr verdient, selber schuld!« oder so. Die Besten der Besten. Ja. McDonald’s, Coca-Cola und Lucky Strike verkaufen auch wie blöd und dürfen sich so gesehen sicherlich zu den besten zählen – wohin eine auf ihnen basierende Lebensführung führt, ist allerdings ebenso bekannt und sicherlich nicht ohne weiteres unter der »besten« einzuordnen.

The Baseballs @ ECHO 2010 © BVMI / Markus Nass

Eine Coverband als die besten Newcomer Deutschlands? Naja… : The Baseballs © BVMI / Markus Nass

Fangen wir an mit einem doch recht fragwürdigen ersten Preis(träger). Denn die besten deutschen Newcomer sind offenbar The Baseballs. Ja toll. Disclaimer: mein Faible für Rockabilly ist dem geneigten Lauschsofa-Publikum hinlänglich bekannt. Ich finde das, was The Baseballs machen ja ganz witzig und nett, höre ich mir auch mal gerne an, aber das war’s dann auch schon. Mir persönlich sind sie dann erstens doch zu Boyband-mässig, ich hab’s dann doch gerne rockiger. Und zweitens läuft sich die Masche bei mir recht schnell tot. Ich habe auch nichts dagegen, wenn ein Newcomer mit einer besonders herausragenden Cover-Version ins Rampenlicht tritt. Aber wenn eine Band eine komplette Coverband ist? Wirklich innovativ ist es ja auch nicht, was sie machen, denn diese Tour hat Sasha alias Dick Brave ja schon vor Jahren »erfunden«. Ich würde mich freuen, wenn bei einem Newcomer-Preis Künstler oder Projekte ausgezeichnet würden, die ein gewisses künstlerisches Potenzial erkennen lassen. Und wie lange wollen The Baseballs diesen Stiefel denn durchziehen? Dass sie bei ihrem Auftritt auch noch Emiliana Torrini’s »Jungle Drum« covern – damit hat man sich zumindest in kreativer Hinsicht ein kleines Armutszeugnis ausgestellt, denn dieser Song ist ja schon im Original eine seeehr deutliche Rockabilly-Reminiszenz. Wie sagt »Mr. ECHO« Dieter Gorny in seinem Grußwort auf der ECHO-Website? »Künstler werden für ihre herausragenden kreativen Leistungen ausgezeichnet.« Davon kann ich halt bei The Baseballs nicht viel entdecken, auch wenn sie ohne Frage ausgezeichnete Satzgesang-Sänger sind. Warum macht man dann nicht gleich einen Preis für »Beste Coverband National«? Gibt ja genug davon, und auch genug richtig gute. Wenn auch die große Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Heavytones sich zu einem ähnlichen Dauerbrenner entpuppen würden wie die Kastelruther Spatzen.

Jan Delay @ ECHO 2010 © BVMI / Markus Nass

Hätte – ganz ehrlich – meiner Meinung nach auch noch einen Preis für den besten Anzug des Abends verdient: Jan Delay © BVMI / Markus Nass

Die haben nämlich wieder ihren jährlichen Echo abgeholt. Genauso wie Andrea Berg. Helene Fischer bekam ihren ECHO für die beste DVD (wie letztes Jahr – ob das wohl wieder dieselbe DVD ist?) schon vorab bei einer kleinen Feier in einem Restaurant, wo auch Ich + Ich als beste Produzenten ausgezeichnet wurden. Schade, dass manche Teile so ausgegliedert werden. Wenn man allerdings bedenkt, dass einem z.B. bei der Kategorie »DVD« womöglich auch Mario »meine-Freundin-Freundin-kennste-Freundin-weißte-weißte-jaaa« Barth drohen könnte, dann kann man schon über die Auslagerung mancher Kategorien nachdenken. Nur zur Sicherheit ;-).

Peter Maffay bekam den ECHO für sein Lebenswerk. Absolut verdient, er ist eines der Schwergewichte der deutschen Musiklandschaft, und das seit Jahrzehnten in Folge. Aber apropos Folge: Peter Fox bekam wieder den ECHO für das Album des Jahres. Wieder für dasselbe Album, Stadtaffe. Ich hab mir die Scheibe – mea culpa – nie zu Gemüte geführt, weiß also nicht wie gut oder auch nicht sie ist…aber komisch finde ich sowas schon. Den Kritikerpreis bekam er allerdings nicht nochmal, der ging dieses Jahr an Jan Delay. Ebenso wie der Hip Hop/Urban-ECHO. Auch für das beste Video ging der ECHO an jemand anderen: Sido. Der allerdings in seiner Dankesrede bekundete, dass sein bepreistes Video 1.) nicht sein bestes sei und 2.) auch nicht das beste der nominierten (aber gewählt hat ja auch die MyVideo-Gemeinde). Was sein sonstiges Gelaber und Gebaren allerdings sollte, möchte ich auch gerne wissen. Obwohl, eigentlich nicht.

Peter Maffay @ ECHO 2010 © BVMI / Monique Wüstenhagen

Wollte nie erwachsen sein und wurde jetzt für sein Lebenswerk ausgezeichnet: Peter Maffay © BVMI / Monique Wüstenhagen

Wie Jan Delay durften sich auch Silbermond über zwei ECHOs freuen, in den Kategorien »Bester Liveact« und »Beste Gruppe National Rock/Pop«. Nun, was letzteres betrifft, bin ich auf jeden Fall dankbar, dass es nicht Adoro getroffen hat, diese unsägliche Pseudo-Klassik-Boyband, die schöne Popsongs verhunzt und damit offenbar soviel kommerziellen Erfolg hat, dass es für eine Nominierung gereicht hat. Ein weiterer Beweis, dass Blogs wie das Lauschsofa und ihr Kreuzzug zur Geschmacksbildung wichtiger denn je sind. Bei den Einzel-ECHOS ging der für »Beste Künstlerin National Rock/Pop« an Cassandra Steen. Geht in Ordnung, auch wenn ich persönlich ihn Ina Müller mal gegönnt hätte. Xavier Naidoo wurde geehrt als »Bester Künstler National Rock/Pop«, auch international traf es einen »üblichen Verdächtigen« – Robbie Williams. Auf weiblicher Seite dagegen wieder jemand Neues: Lady Gaga, die ausserdem auch den ECHO für »Beste Künstlerin International Rock/Pop«, »Bester Newcomer International« und »Hit des Jahres« gewann und so als die Abräumerin des Abends glänzte. Leider auch durch Abwesenheit. Ebenso wie Green Day (»Bester Rock / Alternative / Heavy Metal International«) und sogar Rammstein (»Bester Rock / Alternative / Heavy Metal National«). Ein leider altbekanntes Problem beim »wichtigen« ECHO, dass internationale (und offenbar auch heimische internationale) Künstler selbst dann nicht erscheinen, wenn sie einen Preis bekommen. Wenn sie bloß nominiert sind, kommen sie in der Regel auf gar keinen Fall. Insofern war der ECHO für »Beste Gruppe International Rock/Pop« keine wirkliche Überraschung. Denn von den nominierten Bands U2, A-ha, Razorlight, Black Eyed Peas und Depeche Mode waren nur letztere anwesend, wenn auch nur zwei Drittel. Allerdings machten Martin Gore und Andrew Fletcher – zuvor im Interview noch ganz britische Gentlemen – sobald sie den Preis hatten einen polnischen Abgang und sich vom Acker.

Depeche Mode @ ECHO 20101 © BVMI / Markus Nass

Briten auf deutschem Boden machen polnischen Abgang: Andrew Fletcher und Martin Gore von Depeche Mode © BVMI / Markus Nass

Biep…biep…biep…bieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep………

Ja, das war er also, der ECHO 2010. »Unvergeßlich«, wie ihn uns (und vielleicht am meisten sich selbst) Dieter Gorny gewünscht hat, war er jedenfalls nicht. Das Bühnenbild war gar nicht mal so wirklich schlecht, allerdings im Vergleich zum Set von »Unser Star für Oslo« schon irgendwie Kreisklasse. Vielleicht ist eine gewisse Lieblosigkeit, fehlende Leidenschaft auch (mit) das Problem? Ein Blick auf die offizielle ECHO-Website legt diesen Schluss nahe: Wirkt auch eher wie eine dröge Firmenpräsentation eines lokal ansässigen Unternehmens, ausserdem findet sich der ein oder andere Fehler (jaaa, ich weiß, ich bin schlimm). Immerhin wird der Presse sehr gutes Bildmaterial geboten, Hut ab. Aber schon allein bei den Websites sind die anderen Musikpreise um ein Vielfaches glamouröser (um dieses Wort jetzt endlich auch mal zu bemühen). Apropos: wenig Glanz versprühte auch das Moderatoren-Duo. Matthias Opdenhövel finde ich bei Shows wie »Schlag den Raab« oder so echt gut aufgehoben, aber die große Gala scheint ihm nicht recht zu liegen. Sabine Heinrich (für die, die sie auch nicht kennen: normalerweise 1Live-Moderatorin) fehlte auch die Souveränität. Und apropos Fehlen und Glamour: Was man so an aufgelaufenen Promis sah, da war schon auch viel B- und C-Prominenz, z.B. Menschen, die eigentlich nur als »Frau von« bekannt sind. Gut, in einem Fall ist der (zukünftige) Ex-Mann immerhin gar kein schlechter Hobby-Musiker, und ihrem Schoße sind zwei Menschen entsprungen, die – wenn auch fragwürdige – Beiträge zur deutschen Musiklandschaft getätigt haben. Aber trotzdem. Mir scheint ausserdem, dass sich die Medien auch nicht groß für den ECHO interessieren.

Ist der ECHO also (noch) relevant? Nun, ob er sich auf die Verkäufe auswirkt, entzieht sich meiner Kenntnis. Als Ereignis scheint es mir aber fraglich, und damit stehe ich auch nicht alleine da. Vielleicht kann sich im Zuge der jünsten Entwicklungen alternativer und innovativer Musikmessen, sei es in Berlin oder Köln, auch ein ebenso alternativer und relevanter deutscher Musikpreis entwickeln, der auch international Beachtung findet? Ich wünsche es mir.

Photo Teaser © BVMI / Monique Wüstenhagen

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