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Zeit ist unser Feind

9. März 2010

Band Interview

Und wieder eine neue Kategorie: Philipp Geigis von SIAMBOK im (P)Lauschsofa-Interview.

Sofaplausch

Wir werden nicht müde, unsere Kategorien stetig zu erweitern – heute präsentieren wir Euch *törööö* den Sofaplausch. Erste Band im Interview mit Jule vom Lauschsofa – also först bänd äva interwjuud –, ist SIAMBOK aus Tuttlingen, die vor kurzem ihre zweite Scheibe Liberaçión veröffentlicht haben (die Rezi dazu findet Ihr hier). Gitarrist und Fanbeauftragter Philipp Geigis hat sich unseren Fragen gestellt.

Jule: Was hat Euch bewogen Euren Stil in eine progressivere, experimentellere Richtung zu erweitern bzw. ändern?

Philipp: Es war wohl der nächste logische Schritt. Wir waren auch früher schon bemüht, Musik abseits des normalen Mainstreams zu machen. Die älteren Sachen von uns, wie man sie zum Beispiel auf Despeinado findet, waren zwar (zugegeben) noch recht grungig, jedoch waren auch dort schon relativ komplexe Songstrukturen vorhanden. Das alte Strophe – Refrain – Strophe – doppelter Refrain – Schema hat ausgedient. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß und langweilig geworden. Hinzu kommen neue Möglichkeiten, die durch elektronische Elemente gegeben sind. Wir fanden es spannend, unsere Musik durch gezieltes Sampling zu erweitern und mit dem Handgemachten zu kombinieren.

Julian Schädler von SIAMBOK

Gibt den Ton an: Julian Schädler (git, voc, progr) von SIAMBOK © Micha Brem, Open Air Warmbronn

Wer gibt bei Euch den Ton an bzw. wie entstehen Eure Songs?

Das allermeiste, was auf Liberaçión zu hören ist, stammt aus der Feder unseres Sängers Julian Schädler. Man könnte sagen, er ist der kreative Kopf der Band. Dadurch, dass die Songs komplizierter und auch arrangierter werden sollten, war es schwierig diese im Proberaum durch gemeinsames Jammen entstehen zu lassen, wie es früher noch oft der Fall war. Die Probesituation bei SIAMBOK hat sich sowieso drastisch verändert. Wir vier wohnen längst nicht mehr am selben Fleck und gehen alle geregelten Jobs nach. Dies erschwert natürlich das regelmäßige Proben. Es spart einfach auch Zeit, einen Songwriter zu haben, der möglichst viel der Songstruktur vorgibt. Was aber nicht bedeutet, dass bei SIAMBOK nichts mehr gemeinsam im Proberaum erarbeitet wird.

Philipp Geigis

Philipp Geigis (git) von SIAMBOK war zu einem Sofaplausch bereit © Micha Brem, Open Air Warmbronn

Warum wurde das neue Album eher sparsam produziert? Macht es nicht Sinn, wenn man schon mal im Studio ist, auch alle Möglichkeiten auszuloten?

Authentizität ist das Stichwort. Was bringt es, auf unserem Level des Bekanntheitsgrades, ein völlig überproduziertes Album auf den Markt zu werfen, wenn man es live nie spielen kann? Das macht einen unglaubwürdig und enttäuscht die Fans, die zum Konzert kommen. Mal davon abgesehen, ist es natürlich auch eine Zeitfrage. Wie schon erwähnt gehen wir alle geregelten Jobs nach. Bedauerlicherweise bewegen wir uns nicht auf dem Level, auf dem wir von der Musik leben könnten.

Was liegt Euch mehr: Live oder Studio?

Es ist beides spannend und hat seinen Reiz. Es ist auch eine völlig andere Art zu spielen. Was uns mehr liegt, kann ich nicht beantworten. Ich kann nur sagen, dass wir nach der langen Produktionszeit von Liberaçión spielgeil waren wie noch nie. Klar will man sein Werk dann auch live präsentieren.

Claus-Peter Bensch

Claus-Peter Bensch (b) von SIAMBOK © Micha Brem, Open Air Warmbronn

Wie erreicht ihr Eure Fanbase und wer kümmert sich darum?

Darum kümmere ich mich überwiegend. Zumindest so weit, wie  es mir zeitlich möglich ist. Internetpräsenz ist dabei natürlich ein ganz großes Thema. Glücklicherweise gibt es heute unzählige Möglichkeiten, im Internet auf sich aufmerksam zu machen. Der Nachteil davon ist natürlich, dass es auch sehr zeitintensiv ist, überall im Netz Flagge zu zeigen. Ich tue dies soweit es mir möglich ist. Eigentlich bräuchte man einen Manager, der dies für einen tut, oder zumindest veranlasst dass es ein anderer tut.

Was sind Eure nächsten Ziele?

Wie schon erwähnt ist Zeit unser Feind. Darum heißt es jetzt möglichst viel zu booken und hoffentlich bald wieder viele Bühnen zu rocken.

Holger Hechtle

Holger Hechtle (dr) von SIAMBOK © Micha Brem, Open Air Warmbronn

Wie sieht für Euch ein gelungener Sofaabend aus und welche Musik hört Ihr dann?

Wenn wir einen gemeinsamen Sofaabend machen können, findet dies in aller Regel in unserem Proberaum statt. Es wird dann natürlich viel Musik gehört. Stilistisch bewegt sich diese tatsächlich ziemlich ausnahmslos im progressiven Bereich. Zu nennen sind da zum Beispiel Bands wie »Oceansize«, »The Cooper Temple Clause«, »The Mars Volta«oder auch »Muse«. Sicher wird auch das ein oder andere Bierchen getrunken. Diese Kombination von Musik und Alkohol führt dann in aller Regel dazu, dass wir uns immer wieder an die Instrumente begeben und drauflos jammen. Je später die Stunde schlägt und je mehr Genussmittel im Spiel waren, desto abstruser wird das Ganze dann. Irgendwann, wenn die Ohren dann taub sind, gehen wir unserer Wege und fallen müde und zufrieden ins Bett. Das Piepsen im Ohr am nächsten Morgen erinnert dann einen an einen gelungenen Abend.

Vielen Dank an Philipp, dass er sich Zeit für den Sofaplausch genommen hat und alles Gute für SIAMBOK!

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