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Grammy Swift

3. Februar 2010

Die Preisverleihung ist um – und gezeigt wurden (fast) nur unwichtige oder vorhersehbare Preisträger. Wir hätten hier noch ein paar Ergänzungen, die nicht Taylor, Beyoncé oder (Gr)Eminem heißen.

Aber erst noch ein paar Worte zur Show im Schnelldurchlauf: P!nk hat alle nass gemacht und trotzdem keinen Preis bekommen. Taylor Swift konnte dieses Mal ganz ungestört ihre Preise abholen (ob Kanye West wohl Hausverbot hatte und am Türsteher scheiterte?). Beyoncé hatte eine Armee dabei, weil sie ihre Grammys alleine nicht tragen konnte (oder wollte). Und Lady Gaga hat gezeigt, dass sie wirklich was drauf hat – nur leider hat sie damit noch kein Album bestückt. Ach ja, und Vollplayback hätten wir bei Taylor Swift besser gefunden als das Teilplayback bei Imelda May. Warum Jeff Beck ausgerechnet in die Garderobe von Biene Maja gestolpert ist, bleibt eines dieser ungelösten Rätsel des Showbiz. Dicht gefolgt von der unglaublichen Ähnlichkeit der beiden Kinder von Michael Jackson mit ihrem Vater. Also, ihre Cousins sehen ihm ähnlicher…

Lady Gaga

Erkennt man fast gar nicht, wenn sie mal nicht Elton's abgelegte Klamotten aufträgt – dafür hat sie sich mit ihm höchstpersönlich »duettiert« und gezeigt, dass sie ordentlich was drauf hat. Und zwei Grammys auch gleich noch mitgenommen: Lady Gaga © Bad Room Video Shoot/Universal Music Group

Nun aber zu den aus unserer Sicht interessanten Preisträgern: Wir beginnen mit echt harten Rockern, die bereits gefühlte 50 Jahre aus ihren engen Lederhosen nicht mehr entfernt wurden. Und wir meinen damit nicht Slash, der sich wohl über die technische Weiterentwicklung des Fernsehformats in inzwischen 16:9 Breit-Bild am meisten freuen dürfte. Also, Pyro gezündet und Audience-Blinder an für Judas Priest, die doch tatsächlich die »Best Metal Performance« in diesem Jahr für sich in Anspruch nehmen dürfen. Ist das nach heutigen Maßstäben also noch *Kopfstimme an* Meeetaaaaalll *Kopfstimme aus*? Wieder was dazu gelernt – außerdem waren nominiert: Lamb of God, Megadeth, Ministry und Slayer. In dieser Kategorie wird deutlich mehr in einen Topf geschmissen als bei der gesamten – Achtung(!) – Latin-Litanei.

Taylor Swift & Band

Obwohl noch ziemlich grün, hatte dieser süsse Apfel im Vordergrund echt keinen Grund sauer zu sein – zwar mit »nur« vier Grammys zwei weniger als Abräumerin Beyoncé, aber dafür u.a. den Hauptpreis »Album Of The Year« eingesackt: Taylor Swift © Taylor Swift

Dass Rockmusiker auch singen können, beweist der Grammy »Best Solo Rock Vocal Performance« – nicht. Bruce Springsteen hat hier gewonnen, darüber muss man weder Töne noch Worte verlieren. Nominiert waren sonst noch so begnadete Sänger wie Bob Dylan, Neil Young oder John Fogerty. Ach ja, und dann noch Prince (ach, der heißt wieder so?). Und wo war Herbert Grönemeyer bei dieser grandiosen Auswahl?

Für Hörer unserer Musikbreitengrade sicherlich interessant, ist der Grammy für »Best Alternative Music Album«: Wolfgang Amadeus Phoenix von Phoenix – geht für uns in Ordnung, aber wäre nicht unsere Wahl gewesen ;) Warum Depeche Mode inzwischen auch dort eingeordnet werden, erklärt sich wenn man mal einen Blick auf die Auswahl im Bereich…man muß schon sagen: Elektroschrott wirft. Immerhin waren bei »Best Alternative« auch noch The Ting Tings nominiert. Und immerhin haben Kings Of Leon auch drei Preise bekommen.

Kings Of Leon

Eine der wenigen Bands, die heute schon ein Grammy-Pic auf ihrer Website haben – und spätestens bei der dritten Dankesrede waren sie auch in einem ähnlichen Zustand wie dem abgebildeten: Kings Of Leon © kingsofleon.com/RCA/Sonymusic

»Best R&B Auto-Tune Performance Duo/Group« ging an Jamie Foxx & T-Pain. »Best Rap Non-Auto-Tune Solo Performance« ging dann verdienterweise an Jay-Z für D.O.A. (Death of Auto-Tune).

Eine Auszeichnung, die Jule gefreut und geärgert hat, ist der Grammy für The Derek Trucks Band – Already Free in der Sparte »Best Contemporary Blues Album«. Gefreut, weil der junge Typ wirklich guten Blues macht und geärgert, weil sie das Album immer noch nicht hat. Nominiert waren außerdem Mavis Staples, The Robert Cray Band, Ruthie Foster, Susan Tedeschi.

The Derek Trucks Band

Wenn man ihn da drin nicht bekommt, wo dann? Tja, Blues ist in der kleinsten Hütte – hoffentlich auch noch Platz für den Grammy: The Derek Trucks Band © Derek Trucks Band Official Press Pics

Eine Kategorie, die es eigentlich nicht gab – aber irgendwie doch – ist der »Best Marley Award«: Nominiert waren hier die gesammelten Nachkommen von Bob, naja, fast, auf jeden Fall hat sein Sohn Stephen in der Kategorie »Best Reggae Album« gewonnen (Mind Control – Acoustic) und Julian war nominiert. Und weil Ziggy Marley einen auf Rolf Zuckowski macht, hat er den Grammy für »Best Musical Album For Children« gewonnen für ein ziemlich eindeutig familientaugliches Album: Family Time.

Nur weil eine Band nicht bis 10 zählen kann, heißt das noch lange nicht, dass sie keinen Preis verdient, oder? Eine absolute Schande und so für Millionen von Metalfans nicht hinnehmbar ist, dass Spinal Tap in der Kategorie »Best Comedy Album« leer ausgegangen sind. Außerdem fehlt hier auch ganz klar die Nominierung in der Kategorie »Best Metal« – Sauerei! Stonehenge wurde in den Grundmauern erschüttert (wie man deutlich auf den aktualisierten Luftaufnahmen sehen kann).

Judas Priest

Wirken zwar wie Spinal Tap, gucken aber ganz im Ernst so ernst – und haben damit glatt einen Grammy abgeräumt: Die Altmeister von Judas Priest © Judas Priest Official Press Pics

»Best Recording Package«: Moment mal, auch hier(mit) haben Spinal Tap nicht gewonnen? Verschwörung! Nein, aber mal im Ernst, das Package vom Vor(zeige)arlberger Stefan Sagmeister ist schon extrem schick und »tricky«, wie man in Cannes sagt. Und weil man das noch besser beurteilen kann, wenn man es mal gesehen hat, hier ein hübsches Auspackvideo

Ja, und selbst ist die Frau – und dabei offensichtlich auch gut. Besser. Am besten. »Best Engineered Album Non-Classical«: Imogen Heap für Ellipse – wohl trotzdem eine runde Sache, muahahaa… aber im Ernst, das ist schon eine coole Nummer mit dem eigenen Album. Einen Reinhörer kann man auf MySpace unternehmen und live beehrt uns die kreative Engländerin bereits im Februar in Berlin: am 23. spielt sie dort im Lido. Es folgen Auftritte in den weiteren üblichen verdächtigen Städten für interessante Künstler: 1. März im Stage Club/Hamburg, 3. März im Ampere/München und am 14. März im Luxor/Köln. Wer es ganz exklusiv liebt, sollte sich schon mal den 5. November rot im Konzerthopping-Kalender anstreichen. Dann beehrt Imogen Heap die Royal Albert Hall, Vorverkauf beginnt quasi…jetzt.

Die Grammy Awards im Web

Photo Header © The GRAMMYs Official Facebook Page/wereallfans.com

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