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Badischer Nahkampf

13. Januar 2010

Infight Discoland

Infight aus Freiburg schicken uns unaufgefordert ihre kostenlose EP. Na dann mal Hörchen …

Solche Momente gehen einem ja runter wie Öl. Man bekommt höchst offiziell direkt von einer Band Post fürs Lauschsofa. Auf jeden Fall besser als der Brief einer Online-Druckerei, für die wir quasi kostenlos Werbung machen sollten (ich persönlich vertraue ja lieber meinem Drucker hier vor Ort, nur so nebenbei). Infight wirbeln derzeit hübsch durchs Web, um ihre neue EP Discoland zu promoten. Die Klaviatur 2.0 beherrschen sie auf jeden Fall. Nach einigen Gigs, u.a. auch auf dem Red Bull Tourbus, supporten sie in diesem Monat die Alternative-Progrocker Siambok (mit denen hatten wir beim Warmbronner Open Air schon einmal das Vergnügen, vor unserer aktiven Lauschsofa-Zeit, aber dazu später). Die fünf Songs können – so ist es ja inzwischen schon fast üblich – kostenlos auf der Seite der vier Herren aus Freiburg gedownge… ach… runtergeladen halt, werden. Sogar inklusive Vorlage fürs Booklet zum Ausdrucken, endlich denkt mal einer mit.

Nun zum Hörtest: der Sound der Band ist dem Pressetext zufolge DiscoPunk, sprich eine Melange aus dicken Synthies, britpoppigen Gitarren und stampfenden Beats, aus der Kiste und vom Fell. Sofort hängen geblieben ist bei uns »Shoot, shoot, shoot«, der treibendste Song der EP. Irgendwo zwischen dem neueren Britpop-Nebel (z.B. Blur zu »Girls and Boys«-Zeiten und die weiteren Verdächtigen aus den 90ern) und Gossip, schlagen die Jungs auch ordentlich in die Kerbe von The Killers, Mando Diao etc. Wir würden uns nur hier und da weniger Bassgewumms und mehr Abwechslung (oder vielleicht Mut?) wünschen. Neben dem obigen Song bleiben die weiteren auf einer recht ähnlichen Linie. Was schade ist, denn der Grundsound regt bei entsprechender Lautstärke durchaus zum Zappeln an. Wir werden es leider live nicht schaffen, aber wer die Möglichkeit hat und auf den angekündigten DiscoPunk steht, dem empfehlen wir durchaus einen Besuch bei Infight.

Infight - Band © Tanja Truoel

Infight von links nach rechts: Captain Zorkon (dr), Johnny No-Star (git), Doc Crisis (b) und Shorty McPimp (git, voc, synth) © Tanja Truoel

Was wir uns allerdings beim gesamten Auftritt der Band gefragt haben: Nehmen die das wirklich ernst? Der Look und auch der gewählte Tonfall lassen uns etwas zweifeln. Sind wir womöglich wieder einem Spinal-Tap-Phänomen auf der Spur? Wer wirklich cool ist, muss das nicht immer und immer wieder betonen ;) Und nun zum abschließenden Werbersatz: Die Wahl der Location für das urban Shooting war zwar fitty, aber der kreative Ansatz des Settings schießt ein wenig übers Ziel hinaus, um den Bandbrand eindeutig zu committen. Sprich: Weniger ist manchmal mehr.

Einzige Ausnahme: das korrekte Stimmen der Instrumente. Das könnte beim nächsten Konzert noch einmal interessant werden. Denn Siambok stimmen ihre Gitarren nur, wenn es das Publikum wirklich wert ist. In Warmbronn war man wohl unter der Würde, ließ man doch auf besagtem Open Air 2009 verlauten (O-Ton Frontmann Julian Schädler beim nicht beendeten Stimmen der Gitarren in der Spielpause): »Ach ja, für hier langt’s«. Frei nach dem Motto: Play loud, confident and wrong. Dabei machen die wirklich schöne Musik… Da würden wir uns auch sehr über ein Rezi-Exemplar der neuen Scheibe Liberación freuen, die am 23.01.2010 im JuKuz in Tuttlingen präsentiert wird.

Discoland EPInfight – The Discoland E.P.
Release: 27.12.2009
Download hier

Konzerttermine:
23.01.2010, JuKuz Tuttlingen (Siambok Releaseparty)
04.03.2010, Klub Kamikaze Freiburg
24.04. & 23.10.2010, Stud Offenburg

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5 Kommentare leave one →
  1. 21. Januar 2010 12:15

    Und nun kommen die Baden auch ins Schwabenland, sogar in eine ordentliche Location – da freuen wir uns doch auf das Live-Erlebnis am 23. April 2010 im Beat!Club :)

  2. 1. März 2010 17:40

    Oho! Ich wurde missverstanden und wollte das mal eben geradebiegen. :-) Was ich in Warmbronn sagte war nicht: „Für hier langt’s“ sondern: „Hierfür langt’s“. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Gemeint war nämlich unser Lagerfeuersong „I Don’t Think“, bei dem der eine oder andere schräge Ton … naja … eben zum guten Ton gehört. :-) Schön, dass unsere Musik euch trotzdem gefallen hat. :-)

  3. 3. August 2010 21:25

    Infight sind ab sofort »gesigned«, was dann auch fast soviel wie gesegnet heißen könnte, nämlich mit einem Vertrag beim Bielefelder Label Noizgate Records. Dort hat man sich offenbar entschlossen, das Portfolio aus Death Metal und Metal Core mit Discopunkindierock zu erweitern. Und Anfang 2011 kommt das neue Album der Freiburger auf den Markt – Glückwunsch!!!

Trackbacks

  1. Bok ohne Gärtner «
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