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Mann braucht sowas… manchmal

1. Oktober 2009

teaser_psycho2

Hach ja, es gibt so Anlässe, Situationen, Tage, Wochen… im Leben eines Mannes – da steht einem der Sinn einfach irgendwie nach »Voll-auf-die-Fresse«-Rock.

Wie gut, dass just am Montag letzter Woche im Keller Klub eine schwedische Punk ’n‘ Roll-Kapelle aufspielen sollte: Psychopunch (VST). Na, das passt doch. Und passend zum Alter der 1998 gegründeten Band standen die Verstärker auf »11«.

Wie letztes Mal auch gab es allerdings wieder einige Unklarheiten über Einlass und Beginn des Konzerts. Aber dieses Mal hab ich von der Vorband noch zwei Songs mitbekommen. Wenn ich nur noch den Namen wüsste… es war die Nachfolgeband einer Stuttgarter Rockformation, deren Name mir zwar a) auch nicht unbekannt war, aber b) genauso entfallen ist wie der Name der neuen Band. Mannomann, es geht bergab…

Aber Grund des Besuches war ein anderer. Unter Charleston-Klängen betraten nach einer Umbaupause Psychopunch die Bühne – und dann kam aber auch schon gleich was ganz anderes aus den Boxen. Psychopunch machen eine fette Mischung aus Rock’n’Roll und Punk und gehen ab wie sonstwas. Wer es rockig, laut und heftig mag, ist hier bestens aufgehoben.

Lange Arme bei Psychopunch live im Keller Klub/Stuttgart ©Thorsten vom Lauschsofa

Lange Arme bei Psychopunch live im Keller Klub/Stuttgart ©Thorsten vom Lauschsofa

Gemäß der Musikrichtung hingen die Gitarren (mit Ausnahme des Basses, aber einen Ric hängt man einfach nicht tief!) richtig weit unten, ganz so wie es der Graf empfiehlt. Bei Sänger JM fast schon wieder zu tief – für’s Posen ideal, aber für den Rücken? Immerhin sind Psychopunch auch schon Herren im, äh, »gesetzteren« Alter. Vielleicht warten hinter der Bühne auch schon die ABC-Pflaster? Und ob in der Flasche, die verdächtig nach Johnny W. aussah, in Wirklichkeit nicht doch Tee drin war (oder Olivenöl, um die Stimme – Achtung – zu ölen? Muahahahaa)? Wer weiß, wer weiß – aber Show muss sein. Und eine Show haben sie abgeliefert, die Herren. Meine Herren…

Doch, hier sind wirklich Musiker am Werk, die einen Super-Job machen. Gut: Psychopunch (seit einiger Zeit übrigens beheimatet beim schwäbischen Indie SiLVERDUST records) sind eine Live-Band, die unzählige Gigs auf dem Buckel haben. Andererseits – der Keller Klub ist ja nicht unbedingt die größte Location, und voller hätte er schon auch sein können. Bei der Band war aber nichts zu spüren von einem etwaigen »Sparprogramm«.

JM von Psychopunch – eine Rampensau aus Fleisch und Blut ©Thorsten vom Lauschsofa

JM von Psychopunch – eine Rampensau aus Fleisch und Blut ©Thorsten vom Lauschsofa

Sänger JM, eine Rampensau und Poser vor dem Herrn, wurde nicht müde das Publikum zum Rocken zu animieren. Was ihm nach anfänglichem Zögern und »Fremdeln« der Anwesenden dann auch gelang. Auch Basser Lindell, Neuling in der Band auf erster Tour und berufsbedingt eher »Bandruhepol«, konnte er immer wieder zum gemeinsamen Äxteschwingen bewegen.

Gitarrist Joey erinnerte bei seinen Ansagen von Wortwahl und Habitus her irgendwie an den »Prince of Darkness«. Vielleicht sehen wir ihn ja auch irgendwann einmal in einer MTV-Dokusoap? An der Lead-Gitarre jedoch kam keine Verwechslungsgefahr mit irgendwelchen Tattergreisen auf. Drummer Jocke wirkte mit seiner Schwermetaller-Matte und -Outfit optisch zwar etwas wie ein Fremdkörper (die Zyko-Crew mag mir die Unkenntnis verzeihen, aber ich hielt ihn erst für einen Drum-Roadie), spielerisch kam aber absolut kein Zweifel auf: Der Mann sitzt am rechten Platz und knüppelte was das Zeug hielt.

Alte Haudegen mit perfektem Zusammenspiel: Psychopunch ©SiLVERDUST records/Psychopunch

Alte Haudegen mit perfektem Zusammenspiel: Psychopunch ©SiLVERDUST records/Psychopunch

Man merkt der Band an, dass sie bestens eingespielt sind. Was nämlich oft vergessen wird: Druckvoller Sound ist kein Ergebnis tontechnischer Kunst, sondern kommt vor allem dadurch zustande, dass die Band tight zusammenspielt. Und was man bei Psychopunch bekommt, kann man getrost als »volles Brett« bezeichnen. Viele Songs haben außerdem eingängige Hooks und durchaus sowas wie Hitcharakter. Dass diese Band nicht ganz so im Rampenlicht steht wie andere, kann nur an mangelndem Airplay und Unterstützung sonstiger Medien liegen. Anderen bekannteren Bands aus dem Rock’n’Roll- und Punk-Universum stehen sie jedenfalls in nichts nach.

Ein Besuch auf der Website der Band lohnt sich übrigens auch, denn man bekommt hier ein paar Songs zum kostenlosen Download – und zwar ganz vorbildlich mit Druckvorlagen für CD-Label, Inlaycard und Cover!

Psychopunch Website
Psychopunch bei MySpace
SiLVERDUST records Website

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