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MEEEEEEOOOWWWWW!

16. September 2009

anleser-katzenjammer

Katzenjammer muss nicht zwangsläufig die Auswirkungen des Genussmittelabusus beschreiben, sondern kann auch für ein musikalisches Ereignis der besonderen Art stehen…

Wer auf Balkanpop steht, wird Katzenjammer lieben. Und auch wer damit bis dato eigentlich nichts am Hut hatte, wird sich dem Charme und der Energie des norwegischen Quartetts nicht entziehen können. Das Ergebnis hört sich auch nicht etwa nach »Was passiert, wenn man einer Katze auf den Schwanz tritt?« an, sondern ist eine rasante Mischung aus Folk, traditioneller Jahrmarktmusik, Indie und Glam Rock, Country, Chanson, Cabaret und offensichtlich auch Pop, will man dem Albumtitel Tribut zollen. Die Damen aus Norwegen haben offensichtlich einen guten Sinn für Humor und schräge Sachen: Wer spielt schon einen Balalaika-Bass mit Katzengesicht? Hier und da glaubt man vielleicht, dass die Songs schief klingen, aber wer genau hinhört, stellt einfach fest dass das Quartett es eben versteht, virtuos mit Harmonien umzugehen. Gute Musikerinnen sind sie allemal, bedienen alle mehrere Instrumente und sehen auch noch schnuckelig aus. Sauerei! Sagt Jule. Kewl! Sagt Thorsten.

Katzenjammer – Le Pop

Katzenjammer – Le Pop

Das Debüt Le Pop ist ein Album, das einen nicht nur zum Mitgrooven oder Tanzen bringt, sondern immer wieder auch zum Schmunzeln und Lachen. Mindestens. Zum Wegschmeißen komisch ist z.B. der Iron Maiden-artige Refrain in »A Bar in Amsterdam« oder die Art und Weise, wie sie das Katchaturian-Zitat in »Der Kapitän« eingebaut haben. Und ganz zu Schweigen von dem, sagen wir mal »gepflegten Irrsinn« des Titelsongs »Le Pop«: Die perfekte Vertonung einer Fahrt auf einem Karussell oder einer Achterbahn. Auch »Virginia Clemm« würde einen wunderbaren Soundtrack für einen Tim-Burton-Film abgeben – wenn Danny Elfman also mal verhindert sein sollte… Dass es auch wunderschön und melancholisch geht, hört man bei »Wading in Deeper«, zum Dahinschmelzen schön. Jule könnte sich das zynischerweise gut bei einen Titanic-Soundtrack vorstellen, während Thorsten bei diesem Song untypischerweise jeglicher Zynismus vergeht, sondern er eher das ein oder andere Tränchen zurückhalten muss. Ja, so sind die Männer. »To The Sea« beweist eindeutig, dass die Tuba bei Alternative besser aufgehoben ist als auf dem Oktoberfest. Und im Bonus-Song »Ain’t No Thang« zeigen sie zum Schluss, dass sie auch richtig den Blues haben können.

Katzenjammer live mit normalen Instrumenten ©katzenjammer.no

Katzenjammer live mit normalen Instrumenten ©katzenjammer.no

Wenn man ein Album also abwechslungsreich und kurzweilig nennen kann, dann ist es wohl Le Pop. Es macht einfach einen Wahnsinns-Spaß. Ja, die vier sind schon lustige Gesellinnen (man beachte das »Modern-Dance-Video« auf der Myspace-Seite, s.u.), die sich übrigens während des Musikstudiums kennen gelernt haben (ach deshalb, ja genau), die Band 2005 gründeten, schon auf einigen bekannteren Festivals (z.B. SXSW oder hierzulande auf dem Taubertal-Festival) gespielt haben, bei Keane im Vorprogramm, ja und heute im Beat Club in Stuttgart (weitere aktuelle Termine s.u.).

Schnurrender Balalaika-Bass grinst mit Solveig um die Wette

Schnurrender Balalaika-Bass grinst mit Solveig um die Wette

Produziert wurde Le Pop von Mike Hartung, der bereits bei a-ha, Lene Marlin und aktuell Marit Larsen die Finger an den Reglern hatte. Und offensichtlich finden auch andere Künstler, wie Ex-Talking-Head David Byrne (»That’s his name, yeah?«, O-Ton Katzenjammer-Solveig Heilo) die Mädels so nett, dass sie gleich mal auf’s Bonnaroo-Festival eingeladen werden (Video zum Kurzinterview mit dem Wall Street Journal) – auch wenn sich die eine oder andere Katzenjammerdame offenbar gefragt haben mag, wer denn dieser weißhaarige ältere Mann da überhaupt ist (s.o.). Jaja, die Jugend…

Kurz und gut: Wer auf schräge Sachen, balkanesken Indie-Folk oder Künstler wie Amanda Palmer bzw. Dresden Dolls steht, kommt hier voll auf seine Kosten.

So, und wir gehen jetzt in den Beat Club katzenjammern – getreu dem Motto »Hey Ho On The Devil’s Back«. Miau!

Katzenjammer – Le Pop

2008, 2009 PropellerRecordings under exclusive License to Nettwerk Productions

Besetzung, inkl. kleinem Exkurs in die Welt der traditionellen Musikalien:

Marianne Sveen – Gesang, Klavier, Akustikgitarre, Mandoline, Ukulele, Kontrabass-Balalaika, Schlagzeug, Harfenzither (Harpeleik), Akkordeon

Turid Jørgensen – Gesang, Kontrabass-Balalaika, Banjo, Mandoline, Akkordeon

Solveig Heilo – Gesang, Schlagzeug, Trompete, Mundharmonika, Kontrabass-Balalaika, Glockenspiel , Tack Piano (Reißnagelklavier), Mülleimer, Spieluhr, Keksdosen, Waschbrett

Anne Marit Bergheim – Gesang, Akkordeon, Mandoline, Banjo, Drehorgel und andere Orgeln, Harmonium, Domra (russisches Zupfinstrument, ähnlich der Balalaika), Mellotron

Aktuelle Konzerttermine:
17. September, München, Atomic Café
18. Spetember, Wiesbaden, Schlachthof
19. September, Lingen, Rock am Pferdemarkt
21. September, Berlin, Magnet Club
22. September, Köln, Studio 672 im Stadtgarten
23. September, Dortmund, FZW
24. September, Bremen, Lagerhaus
25. September, Hamburg, Reeperbahnfestival
26. September, Flensburg, Volksbad

Katzenjammer Website

Katzenjammer auf MySpace

Offizielles Video zu »A Bar in Amsterdam«:

Modern Dance mit Katzenjammer:

Chicago airport

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