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Zum Lachen…äh…Rocken in den Keller

8. September 2009

anleser-auletta»Samstag Abend und die Dinge standen schlecht – in der Glotze Fußball und ein Hansi-Hinterseer-Konzert.« Na, wenn dieser Reim nicht mindestens so gut ist wie das EAV-Original, dann weiß ich auch nicht…
Tja, so sah’s aus letzten Samstag im Leben des Thorsten K.. Nun, zumindest bei Hansi Hinterseer kann ich nachvollziehen, dass er Massen von Fans hat. Das meine ich jetzt übrigens ernst und gar nicht lächerlich. Aber mein Ding ist das halt nun so gar nicht, eine Alternative musste also her und ich ins Netz zum Gucken.

Dort las ich dann, dass eine junge Band an diesem Abend zum Tanze aufspielen sollte: Auletta. Und zwar nicht – Achtung! – in einer Aula (aua!), sondern im Stuttgarter Keller Klub. Tour (und Platte) stehen unter dem Motto Pöbelei & Poesie – ich muss sagen, das sprach mich irgendwie an. Außerdem eine Gelegenheit, endlich mal den Keller Klub aufzusuchen. Längst überfällig. Verwirrend waren nur die Angaben, wann der Gig denn schlussendlich sein sollte: MySpace-Page der Band: 20.00 Uhr. Easy Ticket: 21.00 Uhr. Website Keller Klub: 22.00 Uhr. Na, der Keller Klub sollte es doch wissen, dachte ich mir, außerdem öffnet der seine Pforten eh nicht früher (laut MySpace-Page). Nun denn, ich kurz nach 22.00 Uhr dort eingetroffen – und die Jungs von Auletta waren schon mächtig am Rocken. Abgesehen davon, dass mich so ein amtsmäßig pünktlicher Beginn eines Rockkonzerts verwundert, frage ich mich: Hat die Vorband dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt oder was? Hach, es wäre doch schön, wenn klar kommuniziert würde…(Anm. Jule: Aber uns fragt ja keiner)

Auletta mit Handy ©Thorsten

Auletta mit Handy ©Thorsten

Ja, und was machen Auletta jetzt? Ach so, ja…Auletta machen deutschsprachigen Indie-Rock, der durchaus an internationale Sounds dieses Genres, etwa aus England oder Schweden, erinnert und auch optisch stilecht mit kleinem Beatbesteck, AC 30, Ampeg-Bassrig etc. daherkommt. Und ich muss sagen, das ging schon gut ab, wurde stellenweise fast etwas punkig und erinnerte ein bisschen an alte NDW-Recken. Vor der Bühne ging der Pogo ab, und Bassist Daniel kam sogar mal von der Bühne und stellte sich noch mittenrein. Während des Spielens. Und Auletta haben schöne Riffs und Hooks. Der Chorus von »Ein Engel kein König« geht mir jedenfalls seither nicht mehr aus dem Ohr.

Auletta ohne Handy ©auletta.de

Auletta ohne Handy, nicht im Keller, sondern irgendwo in Deutschland ©auletta.de

Dass es sich bei Auletta um eine echte Live-Band handelt, erfährt man aus der Bandbio auf der Website. Die Jungs fanden sich nämlich ursprünglich zu Akustik-Sessions am Mainzer Rheinufer zusammen und veranstalteten in der Folge dann Gigs in ihrem recht großzügig bemessenen Proberaum. Ich gehe jetzt mal wohlwollend davon aus, dass das auch alles so stimmt und nicht nur eine Promo-Story der EMI ist.

Doch, die vier Jungs von Auletta halten sich nicht nur an ihren Instrumenten fest, sondern können die wirklich bedienen. Klar, das war jetzt nicht Rush oder so was, aber wir sprechen ja auch von einer Indie-Rockband. Und das machten sie richtig gut. Sänger Alex und Gitarrist Martin teilten sich die Sechssaiter-Arbeit, während Gitarrist Martin wie auch die übrigen beiden Bandmitglieder den Frontmann mit Background-Vocals unterstützten. Bassist Daniel zwar stellenweise etwas sinnlos, da er überall hin sang, nur nicht ins Mikro, aber das kann im Eifer des Gefechts und im Flow schon mal passieren. Und Schlagzeuger Jusch hängte sich für einen Song auch mal Dylan-mässig noch eine Mundharmonika um (Extrem-Multitasking, oder wie?). Oder Sechzehntel auf der Hihat? Kein Problem! Echt nicht (kleiner Insidergag). Sänger Alex hat schon Frontmannqualitäten, wenngleich er stimmlich jetzt nicht unbedingt so heraussticht wie z.B. ein Jan Plewka. Aber vielleicht muss man der Band auch noch ein wenig Zeit geben. Könnte mir wirklich vorstellen, dass das jetzt noch nicht das Letzte ist, was wir von Auletta gehört haben. In zwei Wochen supporten sie sogar JET (die ja auch neuerdings bei Tante EMI angeheuert haben) – tja, ein Major-Signing kann halt immer noch Vorteile haben. Schützt aber offensichtlich nicht davor, dass man verschwitzt und fertig wie Schlagzeuger Jusch nach dem Gig noch selber den Merchandising-Stand schmeißen muss – aber der Fanbindung wird es in jedem Fall helfen.

Auletta nicht im Keller, sondern noch weiter unten – in der U-Bahn ©auletta.de

Auletta nicht im Keller, sondern noch weiter unten – in der U-Bahn ©auletta.de

Zum Bersten voll war der Keller Klub zwar nicht, aber der Hauptraum vor der Bühne war gut gefüllt und den Anwesenden schien es merklich gefallen zu haben. Ich ging auch mit einer Scheibe von Auletta nach Hause und werde sie mir mal in Ruhe zu Gemüte führen. Ein gewisses Boyband-Appeal muss ich an Auletta ja schon feststellen: In der Schlange am Merch-Stand war ich nämlich neben einem weiteren Vertreter unserer Gattung das einzig männliche Wesen in einem Pulk begeisteter Anfang-Zwanzigerinnen (oder auch noch darunter). Aber es sei ihnen gegönnt – denn können tun sie was, ohne Frage, und sie haben sich die Anhimmelei der weiblichen Fans am Samstag im Keller Klub buchstäblich im Schweiße ihres Angesichts erspielt.

Auletta im Web

Auletta auf MySpace

P.S.: Ja, ich hab mit Fußball einfach nix am Hut. Ist so. Selbst Lemmy K. hat mal zugegeben, dass ihn Fußball einen Sch**ß interessiert. Und der ist sogar noch Engländer. Also bitte, wer sagt’s denn!

Anm. Jule: P.P.S.: Dafür guckt Jule zum Ausgleich fast alle Spiele des VfB, Länder-, Freundschafts-, Quali- und sonstwas Spiele – und jaaa, auch das Finale der Frauen-Fußball-EM diesen Donnerstag – olé!

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