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Danke Les Paul!

25. August 2009

dankelespaul

Wir sind ja gar nicht so. Wir tun nix, wir wollen nur spielen. Obwohl… Nein, Spaß beiseite. Wenn wir schon einen Preis vergeben an Musikmenschen, denen vielleicht mal ein Licht aufgehen sollte, so erwähnen wir natürlich auch die, die Licht in die Welt gebracht haben.

Les Paul, der ja leider kürzlich die Bühne des Lebens verlassen hat, war einer derjenigen Menschen, denen im Laufe ihres Lebens so einige Lichter aufgegangen sind. Seine Verdienste um die Entwicklung der Stromgitarre, die schließlich in dem Rockbrett schlechthin gipfelten, sind hinlänglich bekannt. Dass Les Paul aber noch ganz andere Betätigungsfelder hatte und sich ebenso in anderer Weise einen Platz in der Musikgeschichte gesichert hat, ist vielleicht nicht ganz so in aller Munde und Hirnwindung.

Les Paul © gibson.com

Les Paul © gibson.com

Im Gitarrenbauwirrwarr geht beispielsweise manchmal unter, dass er seinerzeit ein bekannter Jazz-Gitarrist war und durchaus in einem Atemzug mit Django Reinhardt genannt wurde. Und Les Paul war ein Tüftler: Er gilt als Pionier der modernen Aufnahmetechnik, im Speziellen des sogenannten Overdub-Verfahrens. Für alle Nicht-Recording-Nerds: Eine Spur wird aufgenommen, z.B. Gitarre, und nachträglich kommen neue Spuren wie Schlagzeug, Bass, Klavier etc. dazu. Zwar hat Les Paul diese Technik nicht originär erfunden. Jedoch hat er durch seine Basteleien an einer Ampex-Tonbandmaschine die erste praktikable Mehrspurbandmaschine der Welt entwickelt. Und seine Platte »Lover (When You’re Near Me)« war somit im Jahre 1947 die erste kommerzielle Veröffentlichung einer Mehrspuraufnahme auf Magnetbandbasis überhaupt.

Bekannter ist aber wohl seine Aufnahme von »How High The Moon« mit seiner Partnerin und zeitweise Ehefrau Mary Ford. Da waren ihm auch acht Spuren längst nicht mehr gut genug ;-)

Für heutige Ohren klingt diese Aufnahme vielleicht doch etwas komisch, aber damals war es schlicht eine kleine Revolution. Und ohne Frage hat Les Paul damit den Grundstein für die moderne Studiotechnik gelegt. Denn seit den 1960er Jahren sind Aufnahmen im Overdub-Verfahren ja eigentlich der Standard. Oder denken wir an gedoppelte Gitarren und Vocals. Klar kann man auch ohne gedoppelte, getripelte, gequadrupelte Spuren tolle Tracks produzieren – siehe AC/DC – aber manchmal ist es halt schon ganz nützlich. Sonst hätten wir auch nicht Meilensteine wie Sgt. Pepper oder ABBAs Vocalträume.

Danke, Les!

http://www.lespaulonline.com/
Nachruf auf der Gibson-Seite

2 Kommentare leave one →
  1. nana permalink
    25. August 2009 22:38

    cooooooool… :)

Trackbacks

  1. Die Iren zeigen mal wieder wie’s geht «

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