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c/o pop in Köln: Mikroweitwurf und Hausmusik im Freien

20. August 2009

teaser copop 3So, rum ist sie, die c/o pop im schönen Köln. Und ich war dabei.

Die Convention stand dieses Jahr ganz aktuell unter dem Motto Pop Culture 2.0. Wie bei Kongressen üblich bzw. wohl auch unvermeidlich, gab es natürlich solche und solche Panels. Neben durchaus interessanten Diskussionen und Einblicken (wie z.B. die von Lautstark InEar Marketing präsentierten Panels zu Musik- und Markenkooperationen) gab es halt auch Panels, die eher mit Selbstverständlichkeiten aufwarteten oder mehr oder weniger den Ist-Zustand beschrieben, der eh jedem Teilnehmer bekannt sein dürfte. Aber man kann schließlich nicht immer alles gleichzeitig besuchen, und es kann gut sein, dass ich die ein oder andere gehaltvolle Diskussion verpasst habe. C’est la vie. Aber in jedem Fall ein großes Dankeschön an die Macher der c/o pop! Weiter so!

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Die c/o pop in Köln war gut besucht (Photo © Tobias Vollmer, c/o pop)

Link:

www.copop.de

Aber genug der Worte zum Kreativgeschäft, denn neben der c/o pop Convention gibt es ja auch das c/o pop Festival, wo man dann endlich mal das hören kann, worüber man den ganzen Tag geredet hat: Musik. Ja, ich schäme mich, nur zwei Konzerte habe ich besucht, aber wie bei den Panels auch kann man halt nicht immer überall sein. Leider.

Patrick Wolf: Androgyner Indie-Wave-Pop mit Folkelementen

Patrick Wolf, (Geheim-?)Tipp der Indie-Szene, war der erste, dessen Konzert ich mit meiner Anwesenheit beehrte. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung hatte, wer das sein soll, aber das Photo im Festivalguide, wo er in einem doch recht eigenwilligen Kostüm posiert, weckte mein Interesse. Und ich wurde nicht enttäuscht, weder kostüm- noch musiktechnisch.

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Patrick Wolf live @ c/o pop 2009 (photo © Tobias Vollmer, c/o pop)

Theatralisch betrat Patrick Wolf in einem renaissance-höfisch anmutenden Outfit die Bühne und legte los mit seinem akustisch-elektronischen Indie-Wave-Folk-Gemisch. Klasse! Ich wusste recht schnell, hier bin ich richtig! Und ich behielt auch Recht. Ich erlebte einen Konzertabend mit guter Musik und einer glänzend eingespielten Band, die die ganze Palette von sanft-elegisch bis rockig-aggressiv mühelos und überzeugend abdeckte. Neben seiner Rolle als Frontmann glänzte Patrick Wolf v.a. auch als Violinist, und ergänzte sich hier im Spiel ganz hervorragend mit seiner Haus-und-Hof-Violinistin Victoria Sutherland. Sie stach vor allem deshalb hervor, weil sich ihr Geigenspiel stets wunderbar in den Gesamtbandsound integrierte und nie aufdringlich wirkte (wir kennen da ja mittlerweile meine »hohen Ansprüche« diesbezüglich ;-)). Toll! Generell möchte ich Patrick Wolf und Co. aber auch noch ein paar Mark Euro Pfund Trinkgeld in den »Gute-Arrangements-Klingelbeutel« werfen.

Die zweite Hälfte der Show bestritt er dann in einem schwarz-weiss-grauen Union-Jack-Overall. Ein gewisser Vergleich zu Ikonen wie David Bowie oder Pulp drängt sich natürlich auf, doch würde ich Patrick Wolf keinesfalls gleich als Abziehbild bezeichnen. Er ist ein überzeugender Performer und, ja, Poser. Im positiven Sinne, denn das muss man schon auch können.

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Patrick Wolf live @ c/o pop 2009 (photo © Tobias Vollmer, c/o pop)

Beendet wurde das Konzert allerdings recht jäh mit einem kleinen Eklat: Als man ihm zu verstehen gab, dass man ihm pünktlich um 22.00 Uhr den Saft abdrehen würde – da drehte Patrick Wolf auf. Und machte seinem Ärger ob der Kürzung seines Sets deutlich Luft und schmiss Mikrophon, Mikroständer und Piano-Hocker in Richtung Bühnenseite/Backstage, bevor er sich dann notgedrungen von der Bühne trollte. Kein rühmliches Verhalten, für das er sich mittlerweile auf seiner Myspace-Seite in aller Form entschuldigte. Aber irgendwie nehme ich ihm seine leidenschaftliche Haltung schon ab.

Der wavige Indie-Pop mit Folkelementen hat mich zumindest live überzeugt. Muss man mögen, klar, ein Bekannter von mir konnte damit so gar nichts anfangen (er wurde aber am darauf folgenden Abend wohl »entschädigt«). Ich war jedenfalls froh, Patrick Wolfs c/o pop-Gig am letzten Donnerstag besucht zu haben. Sein aktuelles Album The Bachelor wird den Weg auf meinen Rezensionstisch finden müssen.

Links:

www.patrickwolf.com

www.myspace.com/officialpatrickwolf

Impressionen vom Konzert auf YouTube:

Patrick Wolf – Shadowsea & Damaris @ c/o pop Festival, Köln

Patrick Wolf – Hard Times @ c/o pop Festival, Köln

The Whitest Boy Alive: Four-to-the-Floor mal ohne Turntables und Laptop

Das zweite Konzert, das ich besucht habe, war das von The Whitest Boy Alive, neben The Notwist wohl DAS Zugpferd im diesjährigen Festivalprogramm. Zumindest gab es für mich als Convention-Gast ob der Massen am Einlass doch eine Zitterpartie, ob ich überhaupt noch in das so gut wie ausverkaufte Konzert komme, denn selbstverständlich hatten zahlende Gäste Vorrang (wie einer am Eingang ganz richtig bemerkte, hatten Convention-Teilnehmer im Grunde ja auch bezahlt, so isses ja nicht, aber gut, genug der Spitzfindigkeiten). Convention-Teilnehmer mit grünem VIP-Bändchen durften in jedem Fall passieren – wir mit unseren gelben »VUP-Bändchen« mussten erstmal draußen bleiben, aber schlussendlich kamen wir doch noch rein. Der Offenbachplatz war knallvoll, die Vorband hatte ich wieder mal verpasst, aber nach dem Tagesprogramm wollte ich doch lieber erst in was Bequemeres, d.h. »Konzertkompatibleres« schlüpfen und ging vor dem Gig noch mal schnell ins Hotel.

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The Whitest Boy Alive (photo © c/o pop, Press Photos Artists 2009)

Nun denn, ich hatte auch bei The Whitest Boy Alive keine Ahnung, was die eigentlich für Musik machen, muss ich zugeben. Aber zumindest schon das ein oder andere Mal von ihnen gehört. Und da Basser Marcin Oz am Tag zuvor noch Gast des Panels Do It Yourself In Germany war (The Whitest Boy Alive kümmern sich nämlich komplett selbst um die Vermarktung ihrer Musik) und dort durchaus mit lakonischem Humor glänzte, hatten sie schon mal einen gewissen Sympathie-Vorschuss.

Unter großem Jubel kamen dann The Whitest Boy Alive auf die Bühne und quasi von der ersten Minute an ging die Masse ab wie sonst was. Bis auf einen Typen in gelber Lederjacke. Moi. Aber das lag an mir. Ein Fall von zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich war von einem Bekannten ja schon »vorgewarnt« worden, dass die Musik deutliche Clubelemente beinhalten würde. Aber nach allem, was ich schon gehört habe, wie hip diese Band sein soll, wollte ich sie mir einfach trotzdem mal selber ansehen.

Ja, The Whitest Boy Alive sind eine richtige Band, mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keys. Und sie machen House-mäßige, bzw. astrein clubtaugliche Musik (man mag mir etwaige Fehlbezeichnungen verzeihen, bin ja nicht Experte für alles und jeden, aber für mich klang es eindeutig so). Und da liegt auch mein, äh, »Problem«.

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The Whitest Boy Alive live @ c/o pop 2009 (photo by savv, http://www.flickr.com/photos/savv/)

Als Mitglied der Musikerpolizei stelle ich den Jungs in jedem Fall eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Und ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es mir sogar Spaß machen würde, da mal mitzujammen. Denn The Whitest Boy Alive sind eine Klasse-Band, ohne Frage, und zu Recht erfolgreich. Die Stimme von Erlend Øye hat mich persönlich (zumindest live, Studioaufnahmen von der Band kenne ich noch nicht) zwar nicht so wirklich überzeugt, aber zum Gesamtsound passte es schon irgendwie. Eine Donna Summer ist er halt nicht.

Aber ich war noch nie ein Hausfreund…äh…House-Freud….-Freund, natürlich, Herrgott!…oder typischer Theo-Heuss-Clubber (für die Stuttgarter Fraktion unter den Lesern). Sorry, das ist einfach nicht mein Ding. Solche Club-Musik aber mal handgemacht auf die Bühne zu bringen, das hat was, gebe ich zu. Ich persönlich hätte mich im Vorfeld besser informieren und vielleicht besser den Weg ins Gloria finden sollen. Da spielten nämlich zur selben Zeit Metronomy und Bonaparte – wie jetzige Recherchen ergaben, wäre das wohl eher was für mich gewesen. Obwohl ich bekanntermassen durchaus auch auf groovige Sachen wie Funk, Soul etc. stehe. Aber so »clubbiges« Zeug…nee, eher nicht, danke.

Wer aber auf solche Musik steht, der sollte dringend mal zu einem Gig von The Whitest Boy Alive gehen – ich bin mir sicher, er/sie wird eine Hammershow erleben. Die anderen 758762349763540872654076234507623786 Leute neben mir auf dem Offenbachplatz hatten letzten Freitag auf jeden Fall richtig viel Spaß.

Links:

www.whitestboyalive.com

www.myspace.com/thewhitestboyalive

Impressionen vom Konzert auf YouTube:

The Whitest Boy Alive – Courage @ c/o pop Festival, Köln

The Whitest Boy Alive – 1517 @ c/o pop Festival, Köln

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